Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) und der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP) fordern die Politik in einem Positionspapier auf, Schritte zu unternehmen, um die Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher zu stärken. Dazu gehören ihres Erachtens eine bessere alltagsnahe Prävention, die Einführung einer gezielten separaten Bedarfsplanung für die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie die Stärkung der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung. BPtK und BKJPP weisen in dem Papier auf den zunehmenden Bedarf junger Menschen an psychotherapeutischer und psychiatrischer Behandlung hin. Allein die Zahl der Depressionen sei Studien zufolge bei Fünf- bis 24-Jährigen zwischen 2018 und 2023 um 30 Prozent gestiegen. Bei jedem fünften Heranwachsenden bestehe der Verdacht auf eine Essstörung. Schwere Krankheitsverläufe nähmen zu. Diese Entwicklung sei „alarmierend“ und dennoch gebe es zu wenig spezifische Behandlungskapazitäten. Kinder und Jugendliche müssten in der Folge durchschnittlich 28 Wochen auf einen Therapieplatz warten. Besonders schwierig sei die Situation auf dem Land. Nur eine zielgenaue Bedarfsplanung könne wohnortnahe, bedarfsgerechte, flexible und altersadäquate Angebote fördern.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt Ausgabe 9/2026
