Aktuelle Zahlen zur Cyberkriminalität von Jugendlichen

Neue Publikation des DJI »Zahlen ‒ Daten ‒ Fakten. Jugenddelinquenz im Kontext von Digitalisierung« gibt Überblick zu aktuellen Studien

Internet und soziale Medien sind aus dem Alltag junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Der häufige Umgang damit erhöht die Wahrscheinlichkeit, Opfer und selbst Täterin oder Täter von Cyberkriminalität zu werden. Die Publikation »Zahlen ‒ Daten ‒ Fakten. Jugenddelinquenz im Kontext von Digitalisierung« der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention am Deutschen Jugendinstitut (DJI) fasst neue Erkenntnisse über das Ausmaß von Cyberkriminalität unter Jugendlichen in Deutschland zusammen.

Cyberkriminalität ist ein zentrales gesellschaftliches Problem: »Die Datenlage und die Aussagekraft der Daten sind teilweise begrenzt«, erklärt Dr. Steffen Zdun, Referent der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention und Autor der Publikation. Zum einen werde Cyberkriminalität in unserer Gesellschaft tabuisiert, sodass Täter und Opfer, selbst in anonymisierten Umfragen, selten Auskunft dazu geben. Zum anderen beeinflussen etwa Gesetzesänderungen, die Strafverfolgungspraxis der Polizei oder Verhaltensveränderungen der Internetnutzerinnen und -nutzer, wie gestiegene Online-Zeiten während der Corona-Pandemie, die Daten. Der DJI-Wissenschaftler betont: »Was wir jedoch sehen: Cyberkriminalität ist ein zentrales gesellschaftliches Problem«. Zu unterscheiden ist Cybercrime im engeren Sinne, als definierte, polizeistatistisch erfasste Kriminalität, und im weiteren Sinne, zum Beispiel Cybermobbing und -stalking. Cybermobbing stellt keinen Straftatbestand in Deutschland dar und kann nur in Form bestimmter Delikte, etwa Beleidigung oder übler Nachrede, strafrechtlich geahndet werden.

Vermögens- und Fälschungsdelikte in Polizeilicher Kriminalstatistik am häufigsten: Die PKS weist für das Jahr 2020 etwa 125.000 tatverdächtige Personen im Bereich Cyberkriminalität aus, davon knapp 4.000 Kinder unter 14 Jahren, fast 12.000 14- bis unter 18-jährige Jugendliche und rund 11.000 18- bis unter 21-jährige. Das macht einen Anteil von über 21 Prozent an den Tatverdächtigen.
Konkret stellen 18- und 21-Jährige mit zirka 6.100 Delikten die größte Gruppe bei Vermögens- und Fälschungsdelikten dar. Bei Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist die Anzahl verdächtiger Jugendlicher (14-18 Jahre) mit knapp 5.300 am größten. Verdachtsfälle gegen Kinder unter 14 Jahre ergaben sich am häufigsten bei der Verbreitung pornografischer Inhalte (knapp 2.400) und der Herstellung von Kinderpornografie (etwa 2.100).

Dunkelfeldstudien zeigen großes Ausmaß an Cybermobbing: Im Gegensatz zur PKS liefern Dunkelfeldstudien vor allem Erkenntnisse zum Cybermobbing. Die Schwierigkeit dabei ist die geringe Vergleichbarkeit verschiedener Studien, da zum Teil unterschiedliche Definitionen, Fragestellungen, Altersgruppen und Prävalenzen berücksichtigt werden. Der DJI-Survey AID:A zeigt, dass rund 11 Prozent der 12- bis 13-Jährigen und 13 Prozent der Jugendlichen bereits Cybermobbing in Form von Bloßstellung oder Beleidigung erlebt haben.
In absoluten Zahlen kommt Wissenschaftler Dirk Nolden im Jugend Medien Schutz-Report 2020 zum Ergebnis, dass aktuell fast zwei Millionen junger Menschen in Deutschland von Cybermobbing betroffen sind. Laut einer repräsentativen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag von Telefonica gaben 1,5 Millionen Jugendliche an, wöchentlich Zeugin oder Zeuge von Cybermobbing zu sein. Etwa ein Viertel der Befragten wurde mindestens einmal im Leben Opfer von Cybermobbing.
Weitere Studien, die in der DJI-Publikation berücksichtigt werden, sind unter anderem die KIM- sowie JIM-Studie 2020 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest, die »Health Behaviour in School-Aged Children (HBSC)«-Studie und eine Studie der Vodafone-Stiftung des Jahres 2021 zu Cybermobbing speziell mittels der Verwendung von Messengerdiensten.

Quelle: »Zahlen – Daten – Fakten: Jugenddelinquenz im Kontext von Digitalisierung«

Corona-Jahr 2020: 40 % weniger Kinder und Jugendliche wegen Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus als im Vorjahr

Abgesagte Feste, geschlossene Lokale, Kontaktbeschränkungen – in der Folge kamen im ersten Jahr der Covid-19-Pandemie deutlich weniger Menschen wegen Alkoholmissbrauchs in ein Krankenhaus. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden in Deutschland im Jahr 2020 rund 12.200 Kinder und Jugendliche von 10 bis unter 20 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär in einem Krankenhaus behandelt. Das waren 39,7 % weniger als im Jahr 2019. Damals waren es rund 20.300 Kinder und Jugendliche.
Über alle Altersgruppen hinweg gab es im Jahr 2020 mit 76.200 Fällen im Vergleich zu 2019 rund ein Viertel (-23,8 %) weniger Krankenhausbehandlungen wegen akuter Alkoholvergiftung. Dabei ist der Rückgang in allen Altersgruppen zu beobachten, er fällt aber in der Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen (-41,7 %) und bei den 20- bis unter 25-Jährigen (-41,5 %) am höchsten aus. 
Die Ergebnisse zeigen im Jahr 2020 zwar einen coronabedingt starken Rückgang, trotzdem sind die Fallzahlen immer noch höher als zur Jahrtausendwende. Im Jahr 2000 gab es insgesamt rund 54.000 Fälle und damit 41,1 % weniger als im Jahr 2020 mit 76.200 Fällen. Auch bei den 10- bis unter 20-Jährigen liegen die Zahlen im Jahr 2020 um mehr als ein Viertel (+28,6 %) über denen von vor 20 Jahren. Im Jahr 2000 gab es rund 9.500 stationäre Krankenhauseinweisungen dieser Altersgruppe, im Jahr 2020 waren es 12.200 Fälle. Demografische Effekte spielen hierbei eine geringe Rolle: Auch bei den Pro-Kopf-Fallzahlen zeigt sich über alle Altersgruppen hinweg ein Anstieg gegenüber dem Jahr 2000.

Jugendliche von 15 bis unter 20 Jahren besonders gefährdet: Trotz coronabedingt sinkender Fallzahlen ist das Risiko einer Alkoholvergiftung bei Jugendlichen nach wie vor besonders groß: In der Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen wurden auch 2020 mit 9.900 die meisten Fälle verzeichnet. Noch deutlicher zeigt sich die unterschiedliche Betroffenheit einzelner Altersgruppen in den Pro-Kopf-Daten: In der Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen gab es im Jahr 2020 mit knapp 254 Fällen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner den höchsten Wert aller Altersgruppen. Zum Vergleich: In der Altersgruppe der 50- bis unter 55-Jährigen gab es 126 Fälle je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Männer neigen stärker zum Rauschtrinken als Frauen: Die Daten weisen auch auf Unterschiede zwischen den Geschlechtern hin. Im Jahr 2020 mussten rund 54.300 Männer über alle Altersgruppen wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus, das waren 71,2 % aller Fälle. Dabei liegt der Männeranteil über alle Altersgruppen, ausgenommen in der Altersgruppe der 10- bis unter 15-Jährigen (Männeranteil: 39 %) deutlich über dem Anteil der Frauen. 

Quelle: Pressemitteilung DESTATIS, Wiesbaden, 06. Mai 2022

Klarer Auftrag für Recht auf Schutz und Beratung

Runder Tisch „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ berät über bundesgesetzliche Regelung

Unter Leitung von Bundesfrauenministerin Lisa Paus ist heute der Runde Tisch „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ von Bund, Ländern und Kommunen zum ersten Mal in dieser Legislaturperiode zusammengekommen. Die Sitzung bildete den Auftakt für die Beratungen über eine bundesgesetzliche Regelung des Rechts von Frauen und ihren Kindern auf Schutz und Beratung bei Gewalt.

Bundesfrauenministerin Lisa Paus:„Von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder brauchen überall im Land Zugang zu Schutz und Beratung. Das wollen wir bundesgesetzlich regeln, einen einheitlichen Rechtsrahmen für die verlässliche finanzielle Absicherung des Hilfesystems schaffen und das Hilfesystem bedarfsgerecht ausbauen. Denn obwohl wir bundesweit rund 350 Frauenhäuser, 100 Schutzwohnungen und mehr als 600 Beratungsstellen haben, reicht das Angebot derzeit vielerorts noch nicht aus. Der Koalitionsvertrag der Ampelregierung formuliert hier einen klaren Auftrag und stärkt uns den Rücken, um den Schutz von Frauen vor Gewalt in den nächsten Jahren deutlich voranzubringen.“

Koalitionsvertrag sieht Strategie gegen Gewalt vor

Die Ampelregierung hat sich im Koalitionsvertrag vorgenommen, mit einer Strategie gegen geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt die weitere Umsetzung der Istanbul-Konvention auf Bundesebene stärker voranzutreiben. Eine staatliche Koordinierungsstelle soll diese Strategie erstellen und ihre Umsetzung koordinieren. Zudem soll eine unabhängige Berichterstattungsstelle die Situation und die Wirkungen der politischen Maßnahmen daten- und evidenzbasiert beobachten. Denn es braucht belastbare Daten, um das Ausmaß geschlechtsbezogener Gewalt in Deutschland zu erfassen und politisch angemessen reagieren zu können.

Die Istanbul-Konvention verpflichtet Deutschland, auf allen staatlichen Ebenen alles dafür zu tun, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, Betroffenen Schutz und Unterstützung zu bieten und Gewalt zu verhindern.

Gemeinsames Positionspapier als Grundlage für den Gesetzentwurf

In ihren Beratungen am Runden Tisch „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ hatten sich Bund, Länder und Kommunen in der vergangenen Legislaturperiode bereits mit breiter Mehrheit für eine bundesgesetzliche Regelung ausgesprochen. Das dazu verabschiedete Positionspapier soll die Grundlage für einen Gesetzentwurf in dieser Legislaturperiode bilden. Ziel ist es, Verlässlichkeit für alle gewaltbetroffenen Frauen mit ihren Kindern zu schaffen und sicherzustellen, dass sie bundesweit professionelle Unterstützung bei Gewalt erhalten können.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums vom 06.05.2022

Aktionsplan Neue Chancen für Kinder in Deutschland

Lisa Paus: »Kinderarmut ist eine Schande, mit der wir uns nicht abfinden dürfen«

Kinderarmut bekämpfen, frühkindliche Bildung und Betreuung verbessern, Eltern stärken – das sind die Vorhaben, mit denen sich Bundesfamilienministerin Lisa Paus für eine gute und sichere Zukunft von Kindern einsetzt. Dazu startete sie am 05. Mai in Berlin gemeinsam mit dem EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte, Nicolas Schmit, den Nationalen Aktionsplan ›Neue Chancen für Kinder in Deutschland‹ mit einer Kick-Off-Veranstaltung.


Lisa Paus, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: »Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut bedroht oder betroffen. Das ist für ein so reiches Land wie Deutschland eine Schande, mit der wir uns nicht abfinden dürfen. Um Kinder und ihre Familien wirksam zu unterstützen, haben wir den Nationalen Aktionsplan ›Neue Chancen für Kinder in Deutschland‹ gestartet. Mit dem Aktionsplan wollen wir die Zusammenarbeit mit allen Akteurinnen und Akteuren stärken, um die Perspektiven für benachteiligte Kinder spürbar zu verbessern. Wir wollen betroffene Familien aber noch mehr fördern: durch die Einführung der Kindergrundsicherung, einer 14-tägigen Partnerschaftsfreistellung nach der Geburt und von Qualitätsstandards in der Kindertagesbetreuung, Verbesserungen beim Elterngeld und ein neues ESF Plus-Programm zur Unterstützung von Eltern.«

Mit dem Nationalen Aktionsplan ›Neue Chancen für Kinder in Deutschland‹ setzt Deutschland die 2021 verabschiedete Ratsempfehlung zur Einführung einer Europäischen Kindergarantie um. Danach soll jedem Kind in Europa der Zugang zu Erziehung, Betreuung, Bildung, Gesundheit, Ernährung und Wohnraum garantiert werden.
Nicolas Schmit, EU Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte: »Die Kindergarantie ist eine wesentliche Antwort darauf, wie die EU die Kinderarmut reduzieren will, denn EU und Mitgliedstaaten haben sich auf ambitionierte Ziele im Kampf gegen die Armut verständigt: Die Anzahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Menschen soll bis 2030 EU-weit um 15 Millionen gesenkt werden. Darunter sollen mindestens 5 Millionen Kinder sein. Der Europäische Sozialfonds Plus wird hierbei eine wesentliche Anschubfinanzierung in vielen Mitgliedstaaten leisten.«

Damit jedes Kind in Deutschland Zugang zu den Ressourcen bekommt, die für sein Wohlergehen und seine Entwicklung notwendig sind, soll der Nationale Aktionsplan auch die Kooperation und Vernetzung der relevanten Akteurinnen und Akteure auf allen Ebenen sicherstellen. Zur Steuerung dieses Prozesses ernannte Ministerin Paus die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ekin Deligöz, zur Nationalen Kinderchancen-Koordinatorin.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums, Berlin, 05. Mai 2022

Früher Englischunterricht zeigt nachhaltige Lerneffekte

Wie sich der Englischunterricht in der Grundschule auf die Leistungen im selben Fach in der weiterführenden Schule auswirkt, hat ein internationales Forschungsteam untersucht. Kinder, die mit dem Englischlernen in der ersten Grundschulklasse starteten, schnitten in der neunten Klasse im Bereich des Hör- und Leseverstehens signifikant besser ab als Kinder, die erst in der dritten Klasse starteten. Die Studie war eine Fortsetzung einer früheren Arbeit, die nur den Zeitraum bis zur siebten Klasse erfasst hatte und keinen derartigen Lernvorsprung feststellen konnte.

Das Team um Prof. Dr. Markus Ritter von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und Dr. Nils Jäkel von der Universität Oulu, Finnland, in Kooperation mit Dr. Michael Schurig von der Technischen Universität Dortmund beschreiben ihre Beobachtungen zu den Erfolgen eines frühen Englischunterrichts in der Zeitschrift „System“. Die Studie wird in der Ausgabe Juni 2022 veröffentlicht, ist aber bereits online frei zugänglich. Die Forschenden kooperieren im Rahmen des Universitätskonsortiums UNIC: European University of Post-Industrial Cities.

Daten aus Nordrhein-Westfalen

In die Studie gingen Daten von rund 3.000 Schülerinnen und Schülern aus einer nordrhein-westfälischen Längsschnittstudie ein, die zwischen 2010 und 2014 durchgeführt worden war. Die gleichen Daten waren auch in die Vorgängerstudie eingeflossen, deren Ergebnisse die Forschenden 2017 veröffentlicht hatten. Damals hatten sie zwei Kohorten verglichen, von denen eine in Klasse eins, die andere in Klasse drei mit dem Englischunterricht begonnen hatte. In den Klassen fünf und sieben hatten sie von beiden Kohorten das englische Lese- und Hörverständnis gegenübergestellt. In die neue Analyse ging ein weiterer Datensatz ein, der im Jahr 2016 erhoben wurde, um die Englischleistung derselben Kinder in der neunten Klasse zu messen.

Die Vorgängerstudie hatte ergeben: Kinder, die früher in der Grundschule mit dem Englischunterricht begonnen hatten, schnitten in der siebten Klasse schlechter beim Lese- und Hörverständnis ab als Kinder, die erst in der dritten Klasse in den Englischunterricht eingestiegen waren. Die neue Analyse zeigte jedoch: In der neunten Klasse schnitten die Englisch-Frühstarter besser ab als die Englisch-Spätstarter.

Zusätzlich erhobene Hintergrundvariablen wie Geschlecht, Herkunftssprache oder kognitive Fähigkeiten konnten den Unterschied zwischen dem schlechteren Abschneiden in der siebten Klasse und dem späten Lernzuwachs in der neunten Klasse nicht erklären.

Übergang zwischen Schulformen entscheidend

„Am plausibelsten erscheint uns die Annahme, dass der Unterricht im Bereich des Übergangs von der Grundschule zur weiterführenden Schule zunehmend an die Bedürfnisse der früh startenden Kinder angepasst wurde“, folgert Nils Jäkel, früher an der RUB, heute an der Universität Oulu tätig. „Diese Erklärung steht im Einklang mit Forschungsarbeiten, die dem Übergang zwischen den Schulformen eine Schlüsselrolle für den langfristigen Erfolg des Englischunterrichts über Schulgrenzen hinaus beimessen.“ Vor diesem Hintergrund sei es entscheidend, die methodisch-didaktische Abstimmung und Ausrichtung des Englischunterrichts an der Schnittstelle der Schulformen zu optimieren. Darüber hinaus könne es sein, dass Schülerinnen und Schüler möglicherweise langfristig vom impliziteren Sprachlernen in der Grundschule profitieren.

„Wir sehen hohen Forschungsbedarf, um Faktoren für einen erfolgreichen Sprachunterricht zu erarbeiten, und raten insgesamt zu gut abgestimmten, evidenzbasierten Maßnahmen in der Schulpolitik“, so die Forschenden.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de vom 16.05.2022

Lesen stärkt die seelische Widerstandsfähigkeit von gefährdeten Kindern

Forschungsergebnisse der University of South Australia zeigen, dass lautes Vorlesen die Belastbarkeit eines Kindes in der Schule verdreifachen kann, insbesondere bei gefährdeten Kindern.

Die australische Studie konzentrierte sich auf Kinder im frühen Grundschulalter, die Missbrauch oder Vernachlässigung erlitten hatten, und untersuchte Faktoren, die die negativen Auswirkungen widriger Lebensumstände verändern könnten. Dabei fanden sie heraus, dass sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen in Familien mit Problemen das Vorlesen zu Hause die Belastbarkeit deutlich verbesserte.

Während das Vorlesen für Kinder zu Hause seit Langem mit der Schulreife und den schulischen Leistungen in Verbindung gebracht wird, ist dies die erste Studie, die gezeigt hat, dass das Lesen einige der nachteiligen Folgen von Kindesmisshandlung mildern kann.

Die Untersuchung ergab auch, dass Opfer von Kindesmisshandlungen zu Beginn der Schule im Allgemeinen entwicklungsgefährdeter sind als ihre Altersgenossen ohne negative Erfahrungen.

Laut der leitenden Forscherin Professor Leonie Segal besteht ein akuter Bedarf, diese Kinder und ihre Familien zu unterstützen, bevor die Kinder in die Schule kommen, wobei das Lesen ein Schlüsselfaktor für den Erfolg ist.

„Ein guter Schulstart hat großen Einfluss auf die spätere Entwicklung, daher ist es wichtig, dass wir nicht nur die gefährdeten Personen frühzeitig identifizieren, sondern auch Wege finden, die emotionale, soziale und körperliche Entwicklung der Kinder zu unterstützen, bevor sie in die Schule kommen“, erklärt Prof. Segal.

Lautes Vorlesen ist eine gemeinsame Erfahrung

„Lautes Vorlesen kann viele positive Auswirkungen auf Kinder haben. Als gemeinsame Erfahrung zwischen Eltern und Kind fördert es die Verbindung und trägt durch den Kontakt mit Worten und Geschichten auch direkt zur kindlichen Entwicklung bei.

„Kinder in Familien, die Schwierigkeiten haben, ein förderndes Umfeld zu schaffen, werden besonders davon profitieren, wenn sie mit einem Elternteil oder Betreuer lesen. Dies verbessert ihre Belastbarkeit […].“

Die Studie analysierte Daten von 65.083 Kindern, die den Early Australian Development Census (AEDC) im Alter von 5 bis 6 Jahren zu Beginn der Grundschule abgeschlossen hatten, und identifizierte 3.414 Hochrisikokinder, die Misshandlungen erlebt hatten.

Jungen oft noch stärker von Missbrauchsfolgen betroffen als Mädchen

„Unsere Studie ergab, dass Jungen ein viel höheres Risiko hatten, eine verzögerte Entwicklung zu erleben, als Mädchen, ebenso wie Kinder, die in abgelegenen oder ländlichen Gebieten leben, und solche mit einer körperlichen, sensorischen oder Lernbehinderung. Alle diese Gruppen brauchen viel mehr Unterstützung“, betont Prof. Segal.

„Jungen, insbesondere denen, die Opfer von Kindesmisshandlung sind, besondere Aufmerksamkeit zu schenken, ist von entscheidender Bedeutung. Es reicht nicht aus, Eltern zu ermutigen, ihren Jungen vorzulesen, obwohl dies wertvoll ist. Es liegt auch in der Verantwortung des Bildungssektors, andere Möglichkeiten zur Unterstützung von Jungen zu finden.

„Dies könnte beinhalten, mehr männliche Erzieher für frühkindliche Einrichtungen einzustellen und sicherzustellen, dass die Lernansätze auf die spezifischen Bedürfnisse von Jungen eingehen.

„Männer machen derzeit weniger als fünf Prozent des Personals in der frühkindlichen Bildung aus, und ihre Präsenz in Grundschulen ist ebenfalls rückläufig. Die Förderung des Geschlechtergleichgewichts unter Erziehern könnte ein wichtiger Schritt sein, um Jungen zu helfen.“

„Jedes Kind verdient die Chance auf eine strahlende Zukunft. Wir dürfen die am stärksten Gefährdeten nicht übersehen.“

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de vom 29.04.2022

Krankenkassenreport: Mehr ältere Jugendliche leiden an Depressionen

Während der Coronapandemie ist die Zahl der neu an Depressionen erkrankten Jugendlichen zwischen 15 Jahren und 17 Jahren in Berlin nach Krankenkassenzahlen deutlich gestiegen. 2020 sind in der Hauptstadt in dieser Altersgruppe über 17 Prozent mehr als im Vorjahr erstmals mit einer Depression behandelt worden. Das geht aus einer Auswertung der DAK-Gesundheit hervor. Bei den Fünf- bis Neunjährigen blieben die Zahlen konstant, bei den Zehn- bis 14-Jährigen gab es demnach hingegen einen leichten Rückgang.

Der „Kinder- und Jugendreport“ der DAK basiert auf Abrechnungsdaten von mehr als 41 000 Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren und gilt als repräsentativ.

„Das überrascht mich gar nicht“, sagte Prof. Dr. phil. Julia Asbrand, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin an der Humboldt-Universität zu Berlin. In ihrem Berufsalltag erlebe sie einen Anstieg der psychischen Erkrankungen bei jungen Menschen. „Es gibt einen erhöhten Bedarf in den letzten Jahren, der ständig ansteigt“, erklärte sie. Dies nur auf Corona zu beziehen, halte sie für zu kurz gedacht. „Es gibt viele Themen, die die Jugendlichen stark umtreiben, die Klimakrise beispielsweise oder globale politische Konflikte.“

Tatsächlich, so Asbrand, halte sie die Dunkelziffer bei psychischen Erkrankungen für hoch – auch, weil die Stigmatisierung immer noch ein „ganz großes Problem“ in Deutschland sei. Die Expertin forderte mehr niedrigschwellige Angebote besonders in den Schulen – etwa den verstärkten Einsatz von Schulsozialarbeit und Schulpsychologen. 

Quelle: www.aerzteblatt.de/ PP 21, Ausgabe April 2022

Studie: Lesefähigkeit von Viertklässlern „alarmierend“ gesunken

Seit März 2020 erschwert das Coronavirus die schulische Bildung. Die wichtige Lesekompetenz hat laut einer Studie arg gelitten. Viertklässlern in Deutschland fehle im Schnitt ein halbes Schuljahr. Lassen sich die Defizite auffangen?

Viertklässler in Deutschland sind in ihrer Lesekompetenz während der Pandemie einer Studie zufolge erheblich zurückgefallen. Unter insgesamt fast 4300 getesteten Grundschülern wiesen Kinder der vierten Klassen 2021 nach damals gut einem Jahr pandemiebedingter Einschränkungen eine „substanziell geringere“ Lesekompetenz auf als Viertklässler 2016. Den Schülern fehle im Durchschnitt ein halbes Schuljahr, ergab eine repräsentative Untersuchung des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) der Uni Dortmund. Die Ergebnisse seien alarmierend, es brauche umfassende Gegenmaßnahmen, sagte Studienleiterin Nele McElvany der Deutschen Presse-Agentur.

„Die Lernrückstände beim Lesen von einem halben Schuljahr sind so massiv, dass man sie nicht mit Einzelmaßnahmen wie Nachhilfe-Unterricht auffangen könnte“, betont die Bildungsforscherin und Direktorin des IFS. „Wir steuern auf ein großes Problem zu, dass sich durch die gesamte Schulzeit und bis hin zu nicht erfolgreichen Schulabschlüssen ziehen kann.“

Nach häufigen Wechseln zwischen Distanz- und Präsenzlernen, Unterrichtsausfällen oder hybriden Modellen stellte das Forscherteam Lese-Leistungsabfälle durchgängig bei allen Gruppen unter den Viertklässlern fest. Der Anteil der starken und sehr starken Leser ist demnach gesunken von 44% (2016) auf noch 37%.

Parallel dazu verfügen 28% der Viertklässler über nur eine schwache oder sehr schwache Lesefähigkeit – fünf Jahre zuvor waren es 22%.

Vierte Klassen besonders kritisch aufgrund des bevorstehenden Wechsels zu weiterführenden Schulen

Die vierten Klassen sind wegen des bevorstehenden Wechsels an die weiterführenden Schulen ein besonders kritischer Zeitpunkt, wie es in der Untersuchung heißt. Lesekompetenz – flüssiges und sinnerfassendes Lesen – wird zentral in der Grundschule erworben. Sie gilt als Schlüsselqualifikation, ist McElvany zufolge für alle Unterrichtsfächer wichtig und Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildungsbiografie.

Die Viertklässler von 2021 sind heute Fünftklässler an weiterführenden Schulen. Was ist mit den aktuellen Viertklässlern, die sogar zwei Jahre Pandemie hinter sich haben? „Das war nicht Teil der Erhebung, aber es ist anzunehmen, dass ihre Lesekompetenz tendenziell noch schwächer ausfällt“, sagt die Wissenschaftlerin.

Mädchen sind im Mittel weiterhin stärker im Lesen als Jungen, bei beiden sind die negativen Effekte in der Pandemie in etwa gleichem Ausmaß festgestellt worden. Kinder aus Familien mit mehr als 100 Büchern zuhause können im Mittel besser lesen als Kinder mit wenig Büchern daheim – auch hier ist die Leistung in beiden Gruppen im Vergleich zu 2016 ähnlich deutlich gesunken.

Zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund ist der Lesekompetenz-Unterschied tendenziell noch größer geworden.

Viertklässler mit ungünstigen Lernbedingungen – kein eigener Schreibtisch, kein zuverlässiges Internet – verlieren 2021 stärker als Kinder mit guten Bedingungen. Die „IFS-Schulpanelstudie“ liefere die ersten wissenschaftlich repräsentativen Daten zum Stand der Lesekompetenz von Viertklässlern vor und während der Pandemie.

Sind die Defizite noch aufzufangen? Schließlich fehlen vielerorts Lehrkräfte, oft gerade Grundschullehrer. Auch die Kultusministerkonferenz befasste sich vor wenigen Tagen mit der Frage, wie der künftige Bedarf gedeckt werden kann.

Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte dort ihr Positionspapier eingebracht, das für eine Reform der Lehrerausbildung plädiert. Die kommenden zehn Jahre müssten davon geprägt sein, für alle Schulformen ausreichend Lehrer auszubilden.

Sie strebt in NRW einen Pakt mit den Hochschulen an, um bedarfsgerecht und passgenau auszubilden. In NRW seien mit zusätzlichen rund 13.300 Lehrkräften und pädagogischem Fachpersonal binnen fünf Jahren sowie deutlich mehr Studienplätzen alle Kurzfrist-Maßnahmen gegen den Mangel ausgeschöpft.

Lehrer sollten mit dem Gegensteuern nicht allein gelassen werden, nötig sei ein wissenschaftlich fundiertes Gesamtkonzept für die Schulen, fordert McElvany. Das Aufholen von Rückständen solle in den Unterricht eingewoben werden, aber auch das Üben nach individuellen Plänen für jeden einzelnen Schüler im Ganztag und daheim seien wichtig.

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) mahnte, dass es nicht wieder zu flächendeckenden Schulschließungen kommen dürfe.

Sozial benachteiligte Schüler seien besonders stark zurückgefallen, sie dürften nicht weiter abgehängt werden. Sie verwies auf ein Corona-Aufholprogramm des Bundes, mit dem die Länder beim Abbau von Lernrückständen unterstützt würden.

Für die Analyse waren Daten von 4290 Viertklässlern an 111 Schulen ausgewertet worden. Davon hatten 2208 Schüler den standardisierten Lesekompetenztest IGLU im Jahr 2016 bearbeitet. Im Frühsommer 2021, nach gut einem Jahr Lernen unter pandemiebedingten Einschränkungen, waren es 2082 Viertklässler, die mit dem Test der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) untersucht wurden. Als Ausgangslage geht die Studie davon aus, dass zwischen März 2020 und Testbeginn im Juni 2021 von 48 möglichen Wochen nur an etwa 16 Wochen reiner Präsenzunterricht erteilt worden war.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de vom 25.03.2022

Studie: Deutlich mehr Kinder mit Typ-1-Diabetes während der Coronapandemie in Deutschland

Jeweils etwa 3 Monate nach den Höhepunkten der ersten drei Coronawellen in Deutschland zeigte sich ein starker Anstieg der Inzidenz des Typ 1 Diabetes um bis zu 50%. Zu diesem Ergebnis kommen deutsche Experten unter der Leitung der Justus-Liebig-Universität Gießen. Die Ursachen für den Anstieg der Neuerkrankungen sind noch unklar.

Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. Allein in Deutschland leiden rund 32.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren daran. Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, in deren Folge die Zellen der Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produzieren. Schon lange wird allgemein für Virusinfektionen eine Assoziation mit dem Auftreten eines Typ-1-Diabetes diskutiert. Ob sich die Coronapandemie auf die Häufigkeit von Typ-1-Diabetes im Kindesalter auswirkt, war Ziel einer Studie unter der Leitung des JLU-Kinderdiabetologen PD Dr. Clemens Kamrath, die jetzt in der Fachzeitschrift „Diabetes Care“ veröffentlicht wurde.

Erhöhte Inzidenz im Vergleich zu mehreren Vorjahren

In dieser multizentrischen Studie wurden bundesweite Daten zur Häufigkeit von Neuerkrankungen des Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen von Januar 2020 bis Ende Juni 2021 ausgewertet und mit den Daten der Vorjahre von 2011 bis 2019 verglichen. Die Daten stammen aus dem bundesweiten DPV-(Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation-)Register unter Leitung von Prof. Dr. Reinhard W. Holl an der Universität Ulm. In den ersten 18 Monaten der Pandemie wurden in Deutschland 5.162 Kinder und Jugendliche mit neudiagnostiziertem Typ-1-Diabetes registriert, entsprechend einer Inzidenz von 24,4 pro 100.000 Patientenjahre. Anhand der Trendanalyse der Jahre 2011 bis 2019 wäre jedoch eine Inzidenz von 21,2 zu erwarten gewesen. Dies entspricht einer Inzidenzerhöhung um 15% im Zeitraum der Pandemie. Besonders stark betroffen von der Erhöhung der Typ-1-Diabetesinzidenz waren Kleinkinder im Alter unter 6 Jahren, bei denen die Häufigkeit im Gesamtzeitraum um 23% und im ersten Halbjahr 2021 sogar um 34% anstieg.

Höhepunkte der ersten drei Coronawellen spiegeln sich mit drei Monaten Verzögerung in erhöhten Diabeteserkrankungen wider

Eine monatsspezifische Analyse zeigte einen zeitlichen Zusammenhang mit den ersten drei Wellen der Coronapandemie. Jeweils etwa 3 Monate nach den Höhepunkten der ersten drei Coronawellen zeigte sich ein starker Anstieg der Inzidenz des Typ 1 Diabetes um bis zu 50%. Valide Informationen zu einer COVID-19-Infektion im Zeitraum vor der Manifestation des Typ-1-Diabetes lagen bei den Kindern nicht vor, so dass die Ursache für die erhöhte Anzahl von Neuerkrankungen unklar ist.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de vom 18.02.2022

Kinder und Jugendliche: Jede fünfte Familie könnte von ADHS betroffen sein

In jeder fünften Familie in Deutschland könnte ein Kind eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) haben. In neun Prozent der Fälle gebe es eine ärztliche Diagnose der chronischen Erkrankung, in elf Prozent eine entsprechende Vermutung. Das geht aus einer Studie des Heidelberger Sinus-Instituts hervor.

Sinus verwendete für die Analyse im Auftrag der Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen mit Teilleistungs-/Wahrnehmungsstörungen (BAG-TL/WS) Daten aus einer Online-Umfrage, an der im Sommer 2021 rund 1 000 Mütter und Väter teilnahmen. Die Ergebnisse sind laut Sinus repräsentativ für deutschsprachige Eltern ab 30 Jahren mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren.

Obwohl ADHS zu den am häufigsten festgestellten psychiatrischen Kinderkrankheiten gehört, scheint die Information darüber wenig verbreitet. Bei der Befragung stufen sich nur zehn Prozent bei diesem Thema selbst als „sehr informiert“ ein, weitere 51 Prozent halten sich für „eher informiert“. Der Informationsstand zu ADHS sei „somit aus Elternsicht ausbaufähig“, sagte Eckhard Barth, Vorsitzender der BAG-TL/WS.

Für ADHS-Betroffene und ihre Familien existieren verschiedene Hilfevarianten, aber laut der Studie kennen nur wenige Eltern diese. Von 17 in der Befragung vorgelegten Möglichkeiten sind nur vier mindestens der Hälfte bekannt: Medikamentengabe (66 Prozent), Kinder- und Jugendpsychiatrie (65), Verhaltenstherapie (57) und Familienhilfe (57).

Nach Ansicht von Barth gehen Ärzte verantwortungsvoll und nicht übereilt mit der Diagnose um. Lehrer neigten hingegen dazu, betroffene Kinder auf Sonder- oder Waldorfschulen zu verweisen, wo der Unterricht stressfreier ablaufe.

Quelle: PP, Deutsches Ärzteblatt, Ausgabe März 2022