Kinder und Jugendliche: Mangel an Therapie für „Systemsprenger“

„Systemsprenger“, also Kinder und Jugendliche mit besonders herausforderndem Verhalten – finden kaum geeignete Therapieplätze. Das zeigt eine Antwort der Landesregierung Nordrhein-Westfalen (NRW) auf eine Anfrage aus der SPD-Landtagsfraktion. Das Unterangebot an geschlossenen Unterbringungsplätzen in Einrichtungen mit pädagogischem Schwerpunkt sei „ein dauerhaftes und flächendeckendes Problem“, heißt es darin. Vornehmlich fehlten Plätze für Minderjährige ab einem Alter von zwölf Jahren.

Vor allem für Minderjährige mit Drogenproblematik fehle es an ausreichenden Plätzen für die Zeit nach einer Entgiftung. Zudem seien mangelnde Plätze für an Autismus leidende Kinder und Jugendliche, hartnäckige Schulverweigerer und für Jugendliche mit Störungsbildern, die mit sexualisierter Gewalt einhergingen, zu beklagen. In kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken seien hingegen für Akutfälle zumeist ausreichend Kurzzeitplätze vorhanden. Es fehle eher an längerfristig ausgerichteten Klinikplätzen. In NRW stehen nach Angaben der Regierung derzeit 66 Plätze zur geschlossenen Unterbringung in der Jugendhilfe zur Verfügung – allerdings ohne dort direkt angedockte Therapieplätze. Viele geschlossene Jugendhilfeeinrichtungen kooperierten jedoch mit örtlichen Kinder- und Jugendpsychiatrien sowie Ärzten und Therapeuten. Die Landesregierung verweist darauf, dass das Versorgungsproblem bundesweit besteht. „Lediglich NRW, Baden-Württemberg und Bayern halten nennenswerte Plätze zur geschlossenen Unterbringung in der Jugendhilfe vor. 

Quelle: www.aerzteblatt.de / PP/ Ausgabe 12/2025