Soziale Medien können psychische Gesundheit und Körperbild von Heranwachsenden negativ beeinflussen

Britische Forscherinnen werteten die vorhandene Literatur aus, die sich mit dem Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien, dem Körperbild und Essstörungen bei jungen Menschen im Alter von 10 bis 24 Jahren befasste.

Einige Untersuchungen deuten bereits darauf hin, dass die Nutzung sozialer Medien bei jungen Menschen Unsicherheiten in Bezug auf ihren Körper und Essstörungen verstärken können.

Das britische Team hat nun die bestehende Literatur zum Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien, dem Körperbild und Essstörungen bei jungen Menschen im Alter von 10 bis 24 Jahren gesammelt und kritisch bewertet.

Die Unzufriedenheit mit dem Körperbild und Essstörungen nehmen bei jungen Menschen zu. Schätzungsweise 13% der jungen Menschen im Alter von 20 Jahren leiden an einer Essstörung, und 15–47% geben eine gestörte Wahrnehmung und ein gestörtes Verhalten in Bezug auf das Essen an. Es gibt Hinweise, dass die Nutzung sozialer Medien teilweise schuld daran sein könnte.

50 Studien aus 17 Länder

Insgesamt analysierten die britischen Wissenschaftlerinnen 50 Studien aus 17 Ländern. In allen Studien waren u.a. folgende Gründe für die Nutzung sozialer Medien genannt: Identitätsfindung, Anpassung an Freunde, Wunsch nach Reaktionen von Freunden auf Posts und Wunsch abzunehmen, Suche nach Anregungen für Gewichtsverlust, für Fitness oder Suche nach Inhalten, die Essstörungen positiv abbilden. Die Expertinnen kamen zu dem Schluss, dass die Nutzung sozialer Medien zu Problemen mit dem Körperbild, zu Essstörungen und schlechter psychischer Gesundheit beitragen können, indem sie Vergleiche mit dünnen und vermeintlich fitten Menschen als Vorbilder fördern. Die von ihnen verkörperten Ideale wollen junge Menschen erreichen. Besonders Inhalte, die Essstörungen verklären, die sich stark auf das Aussehen konzentrieren, verstärken insbesondere bei jungen Frauen mit einem hohem BMI bereits bestehende Körperbildprobleme. Hohe Social-Media-Kompetenz im Umgang mit sozialen Medien und ein gesundes Selbstbewusstsein mit einem positiven Körperbild wirken dagegen schützend.

Die Wissenschaftlerinnen kamen zu folgendem Schluss: „Die Nutzung sozialer Medien ist ein plausibler Risikofaktor für die Entwicklung von Essstörungen. Untersuchungen aus Asien deuten darauf hin, dass dieser Einfluss nicht nur für westliche Kulturen gilt. Angesichts des Umfangs der Nutzung sozialer Medien durch junge Menschen verdient dieses Thema als ein wachsendes weltweites Problem mehr Beachtung.“

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de vom 26.04.2023